Theodor Körner - Traditionsverband Lützower Jäger von 1813 Kreis Herzogtum Lauenburg e.V.

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Theodor Körner

Als bereits prominenter Dichter trat Körner dem Lützowschen Freikorps bei, das sich gerade in Breslau formierte; er traf unter den dort enrollierten Patrioten alte Bekannte wie Jahn und Friesen.

Körner, durch frühere tagelange Wanderungen durch Böhmen und Sachsen an ermüdende Märsche gewöhnt, ließ sich zunächst der Infanterie zuteilen, die in Zobten (Schlesien) Quartier bezog. Frisch auf, ihr Jäger, frei und flink und andere Gedichte schrieb er in rascher Folge, schon wurden sie zu bekannten Melodien von seinen Kameraden gesungen. Ein von ihm verfasster Choral erklang zur Einsegnung des Korps in der Kirche zu Rogau am 27. März. Am folgenden Tage rückte die Truppe in Richtung Sachsen aus. Dieses war zuvor bereits von verbündeten Truppen besetzt worden. Am 6. April erreichte der Dichter, der seinem Korps als Marschkommissar vorauseilte, Dresden und besuchte seine Familie.

Die Lützower zogen über Leipzig, wo das bekannte Lied Lützows wilde verwegene Jagd entstand, nordwärts und hatten so keine Gelegenheit, an den sich vornehmlich weiter südlich abspielenden Kampfhandlungen teilzunehmen. Verdrossen meldete der tatendurstige Dichter, der mittlerweile zum Leutnant befördert worden war, nach Hause: „Derweilen sitze ich hier an der Elbe und recognoscire, und finde nichts, sehe nach Westphalen über, und sehe nichts, lade meine Pistolen, und schieße nichts.“ Eins seiner dort entstandenen Gedichte lautete folgerichtig Mißmut.

Der weitere Marsch nach Norden zur Unterstützung des Wallmodenschen Korps endete, als Hamburg aufgegeben wurde. Lützow wendete sich wieder nach Süden.

Am 24. Mai trat der Dichter zur Kavallerie über, da er hoffte, hier seinem Tatendrang genügende Aufgaben zu finden, und avancierte zu Lützows Adjutanten. Tatsächlich kam es nun zu häufigen Geplänkeln und Überfällen auf kleinere Einheiten des Gegners. Das berühmte Gestüt in Wendelstein an der Unstrut wurde von Körner in einem Handstreich seiner Pferde beraubt.

Am 8. und 9. Juni 1813 hatten die Lützower Jäger ihr Biwak in Eichigt im sächsischen Vogtland auf der Husarenwiese neben der Kirche aufgeschlagen; ein Angriff auf Hof in Oberfranken war geplant. Während Lützow bei Pfarrer Johann Christian Wirth gastliche Aufnahme fand, war Körner im Biwak. Die auf der Wiese stehende Linde erhielt aus diesem Grunde den Namen Körnerlinde.

Erst am 9. Juni erfuhr Lützow, zunächst auch nur vage, vom Waffenstillstand, der zwischen den Alliierten und Napoleon geschlossen worden war, und erst am 14. hatte er Gewissheit. Den Bestimmungen nach hätte das Korps bereits zwei Tage zuvor auf preußischem Boden sein müssen. Statt ins neutrale Böhmen zu ziehen, das nur wenige Stunden entfernt lag, ließ Lützow die Freischar über Gera und Zeitz nach Norden marschieren, zur Sicherheit allerdings mit sächsischen Marschkommissaren.

Am 17. Juni 1813 bezogen die Lützower ihr Lager bei Kitzen (südwestlich von Leipzig). Württembergische Truppen unter General Normann stellten sich ihnen entgegen. Dieser versicherte Lützow, der in Begleitung Körners vorangeritten war, keine feindlichen Absichten zu hegen, und verwies im übrigen auf den kommandierenden französischen General Fournier. Dieser schleuderte ihnen jedoch entgegen: „L’armistice pour tout le monde, excepté pour vous!“.Der Angriff der feindlichen Kavallerie traf die Lützower unvorbereitet, sie wurden von der Übermacht regelrecht zusammengehauen. Körner erhielt einen Säbelhieb über den Kopf. Schwer verwundet gelang es ihm noch, sich im Gehölz von Großzschocher zu verbergen. Dem Tode nahe schrieb er dort das Sonett Abschied vom Leben, dessen erstes Quartett lautet:


„Die Wunde brennt, die bleichen Lippen beben,
Ich fühl’s an meines Herzens mattem Schlage,
Ich stehe an den Marken meiner Tage!
Gott, wie Du willst! Dir hab ich mich ergeben.“


Von Bauern gefunden, die das Holz zur Ausbesserung des Elsterwehres bewachen sollten, konnte der Dichter in das nahegelegene Gutsgärtnerhaus von Großzschocher gebracht werden. Nach einer Nacht wurde er mit Hilfe des Freundes der Familie Körner, Kunze, auf dem Wasserweg zu dem Arzt Doktor Wendler nach Leipzig gebracht und dort versorgt. Auf die versprengten Lützower, von Napoleon ihrer schwarzen Uniformen halber verächtlich „brigands noirs“, „schwarze Banditen“, genannt, wurde immer noch Jagd gemacht.

Als er sich einigermaßen stabilisiert hatte, wurde er von Freund zu Freund nach Karlsbad dirigiert, wo er von seiner Patentante Elise von der Recke gepflegt wurde. Ein Wiedersehen mit seinen Eltern, die ganz in der Nähe in Teplitz weilten, wurde nicht veranstaltet, um seine leidende Mutter zu schonen.

Auf dem Weg zu seinem Korps war Körner bei seinem Patenonkel Graf von Geßler in Reichenbach zu Gast und traf dort den Freiherrn vom Stein, Arndt, Blücher und Gneisenau. Über Berlin gelangte er zu seiner nun in Norddeutschland kämpfenden Truppe, die ihre Unabhängigkeit eingebüßt hatte und dem Korps Wallmoden zugeordnet worden war.


Fortwährend wurden wieder kleine Streifzüge durchgeführt. Den Abend des 25. August verbrachte Körner mit einer Streifschar unter Lützow auf dem Rittergut zu Gottesgabe. Er soll hier am Klavier gesessen und das zwei Tage zuvor entstandene Schwertlied vorgetragen haben.

In der zweiten Morgenstunde des 26. August 1813 wurde ein feindlicher Transport gemeldet, auf den rasch ein Angriff geplant wurde. Bei dem folgenden Gefecht, das sich bei Gadebusch im Forst von Rosenow abspielte, fiel Theodor Körner durch eine Gewehrkugel. Mit den Worten „Da hab ich eins, es schadet aber nichts“ sank er in die Arme eines Oberjägers.

Quelle: Wikipedia


Theodor Körner, am Baum sitzend, in "deutscher Tracht" mit schwarzem Barett und Jägerbüchse


Lützows wilde verwegene Jagd

Der 21-jährige Dichter Theodor Körner verfasste 1813 als Angehöriger des Freikorps das Gedicht über die „wilde, verwegene Jagd auf Henkersblut und Tyrannen“. Carl Maria von Weber (1786-1826), einer der größten deutschen Komponisten, schrieb dazu die Melodie.


Was glänzt dort im Walde im Sonnenschein? Hör’s näher und näher brausen. Es zieht sich herunter in düsteren Reih’n, und gellende Hörner erschallen darein, erfüllen die Seelen mit Grausen. Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt: Das ist Lützows wilde verwegene Jagd!

Was zieht dort rasch durch den finsteren Wald und streitet von Bergen zu Bergen? Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt, das Hurra jauchzt, die Büchse knallt, es fallen die fränkischen Schergen. Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt: Das ist Lützows wilde verwegene Jagd!

Wo die Reben dort glühen, dort braust der Rhein, der Wüt’rich geborgen sich meinte. Da naht es schnell wie Gewitterschein und wirft sich mit rüst’gen Armen hinein und springet ans Ufer der Feinde. Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt: Das ist Lützows wilde verwegene Jagd!

Was braust dort im Tale die laute Schlacht, was schlagen die Schwerter zusammen? Hochherzige Reiter schlagen die Schlacht, der Funke der Freiheit ist glühend erwacht und lodert in blutigen Flammen! Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt: Das ist Lützows wilde verwegene Jagd!

Wer scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht, unter winselnde Feinde gebettet? Es zucket der Tod auf dem Angesicht, doch die wackeren Herzen erzittern nicht, das Vaterland ist ja gerettet! Und wenn ihr die schwarzen Gefall’nen fragt: Das ist Lützows wilde verwegene Jagd!

Die wilde Jagd und die deutsche Jagd auf Henkersblut und Tyrannen. Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt! Das Land ist ja frei und der Morgen tagt, wenn wir’s auch nur sterbend gewannen. Und von Enkel zu Enkel sei’s nachgesagt: Das war Lützows wilde verwegene Jagd!


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